Stimmung

Die Stimmung eines Bandoneons ist die verantwortungsvollste Arbeit an diesem Instrument, da hier  konstruktionsbedingt ein Material-Abtrag an den Tonzungen stattfindet und somit nur begrenzt möglich ist. Daraus ergibt sich für mich, dass die Stimmung ausschließlich von Hand mit feinen Feilen in traditioneller Art ausgeführt werden darf. Zusätzlich prüfe ich vorab, ob möglicherweise andere Faktoren wie Windverlust, fehlerhafte Tonventile, Rost bzw. Schmutz die Stimmung negativ beeinflussen.

Ein Denkanstoß zum Thema Historische Bandoneons:

Wie viele andere Musikinstrumente unterlag auch beim Bandoneon die Stimmhöhe dem in der jeweiligen Epoche herrschenden Geschmack. Die ursprüngliche Stimmtonhöhe lag bei a´ = 435 HZ. Inzwischen liegt die allgemein verbreitete Stimmung  bei a´ = 442 HZ und manchmal sogar bei bis zu 448 HZ.

Diese Veränderung bedeutet einen massiven Eingriff in die Original-Substanz, da eine Steigerung von bis zu 13 HZ einen enormen Material-Abtrag an der Zunge mit sich bringt. Es wäre also an der Zeit, die äußerst selten gewordenen Bandoneons mit der tiefen Originalstimmung zu erhalten.

Nur so können wir zukünftig noch erfahren, wie z.B. ein Alfred Arnold – Bandoneon ursprünglich geklungen hat.

Gleichzeitig bieten diese Instrumente dann neue Möglichkeiten z.B. bei Konzerten, der Begleitung von Sängern, Aufnahmen, oder der Einspielung alter Musik…

Oftmals ist die Brillanz im Klang, welche in einer höheren Stimmung gesucht wird, nur durch Verschmutzungen, Rost und Windundichtigkeiten im Inneren des Instruments verloren gegangen.

Ein gereinigtes, restauriertes Bandoneon wird Sie mit einem klaren und brillanten Ton überraschen, auch ohne die Stimmfrequenz dabei anheben zu müssen.